Graue Haare hinter Gittern – Justizanstalt Suben

Der demografische Wandel macht vor den Mauern unserer Justizanstalten nicht halt. Auch im Strafvollzug werden die Insassen immer älter. Der Spruch „Alter schützt vor Torheit nicht“ trifft die Realität im modernen Vollzugsalltag ziemlich genau – denn das Alter schützt eben auch nicht vor dem Strafrecht. Die kontinuierlichen Anzeigezahlen im Seniorenbereich zeigen klar, dass wir im Dienst mit einer ganz eigenen Dynamik konfrontiert sind. Aber wie gehen wir im Dienstbetrieb sinnvoll damit um? Die Justizanstalt Suben zeigt mit ihrem Seniorenvollzug als Vorreiter, wie es gehen kann.

 

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Warum ist eine eigene Seniorenabteilung sinnvoll?

Ältere Häftlinge haben im normalen Gefängnisalltag oft einen schweren Stand. Eine eigene Abteilung schafft hier Abhilfe und bietet entscheidende Vorteile für die Bediensteten und die Insassen:

  • Konfliktvermeidung: Ältere Insassen werden in einer homogenen Gruppe seltener zum Ziel von Übergriffen oder Reibereien.
  • Rückzugsbereich: Der Trakt bietet den nötigen Raum für Ruhe.
  • „Unter sich“ sein: Der Alltag läuft entspannter ab, wenn die Generationen getrennt sind.

 

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Was läuft im Seniorenvollzug anders?

Der Dienst auf der Seniorenabteilung unterscheidet sich spürbar vom klassischen Regelvollzug. Der Fokus liegt stark auf Strukturierung und Erhalt der verbleibenden Fähigkeiten.

  • Flexiblere Rahmenbedingungen: Die Insassen profitieren von längeren Öffnungszeiten und einem speziell gestalteten Aufenthaltsbereich.
  • Aktivierung: Sportgeräte und gezielte Lernmöglichkeiten halten die Insassen fit.
  • Angepasstes Arbeitswesen: Die Insassen arbeiten nach wie vor, allerdings in verkürzter Form, in Teilzeit oder flexibel nach persönlicher Tagesverfassung.

 

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Das Team hinter dem Konzept: Wer zieht an den Strängen?

Um den Alltag in dieser Spezialabteilung zu stemmen, braucht es ein starkes, multiprofessionelles Team vor Ort. Neben dem Abteilungskommandanten spielen spezialisierte Fachkräfte eine Schlüsselrolle:

  • Pflegeassistenz: Unterstützt direkt bei der Körperpflege, der Reinigung der Räumlichkeiten und übernimmt einen kleinen, täglichen Gesundheitsservice.
  • Geschulte Bedienstete nach dem SelbA-Konzept (Selbständig und Aktiv): Unsere Kolleginnen und Kollegen setzen direkt bei der Vorsorge an. Mit gezieltem Gehirntraining, Koordinationsübungen und einfachen Beschäftigungstätigkeiten wird Demenzerkrankungen aktiv entgegengewirkt.

 

Fazit: Eine gemeinsame Entwicklung für die Zukunft

Der Seniorenvollzug in Suben zeigt vorbildlich, wie sich unser Berufsbild wandelt. Es geht nicht mehr nur um reine Verwahrung, sondern um altersadäquate Betreuung und medizinische Logistik im Dienst. Das entlastet langfristig das gesamte System und sorgt für einen sichereren, ruhigeren Dienstbetrieb auf den Abteilungen.

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